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11/24/2016

"WITCH,PLEASE" PUT ME UNDER ITS SPELL

Two Canadian lady scholars decide to re-read and re-watch the entire series of Harry Potter. And then record their discussion about it and make it to a podcast that has now already 36 episodes. That is Witch,Please by Hannah McGregor and Marcel Kosman, the Podcast that stole all my Internet data in the last month because I just could not stop listening to it everywhere I went. It is the perfect mixture of critical analysis with the atmosphere of general genuine love for this magical world that was my entire childhood, and that I otherwise often defended with all my life if someone tried to critique it in the slightest way. But there is so much to problematizise.
For Hannah and Marcelle close reading is key to detect racism, antisemitism, sexism, fatshaming, homophobia, ableism, topics of labour and slavery, white feminism, and many more issues in the Harry Potter world.


The Podcast is multi-medial: It tackles not only the novels and the filmic adapdations, but also video games, fanfiction and many more. The novel episodes (which are my favourites) are divided into six different categories:
The sorting chat is there to get the conversation starting and to sort the thoughts that came up while reading. Flourish and blotts provides a material approach to the analysis and addresses print culture and the history of books. In the beginning the two women mostly address their own relationship to the books they're reading as physical objects but as the role of media and materiality grows in the narrative of the books, they also focus on the role that print plays inside this world itself. As they put it in the episode on the sixth novel: „This book is very interested in bookishness“. In The boy who narrated they discuss narrative perspective in the novels in general and the unreliability of Harry Potter as an narrator in particular. What this section reminds me of over and over again is that all of the perceptions that this book provides have to be interpreted as highly subjective and that I should always be extremely suspicious of everything that Harry (but also the seemingly omniscient chapters) tells me. The fourth segment makes a lot of sense, as both of the hosts are involved in teaching: It is their discussion on (shockingly bad) pedagogy in Hogwarts in Potions class.
In The forbidden forest - by far my and probably everyone's favourite segment – they talk about power and those who are oppressed by it; about bodies, race, class and sexuality in the world of Harry Potter and how they intersect in many ways.
And last but definitively not least: Granger danger - the feminist segment; focusing on the rightful hero of the Harry Potter series, Hermione Granger. In the Final revisions all sorts of important questions get asked: Is the firebolt a metaphor for white male privilege? Are wands actually dicks? And do witches and wizards wear pants under their robes? ...
Not only is this podcast – as the the names of the segments and episodes („The chamber of whiteness“, „The full-blood Patriarchy“) prove – filled with hilarious puns, the carefully chosen beautiful sound effects and the dynamic between the two women also create the best atmosphere when listening. 
It is light hearted and entertaining yet political and gives me a lot of comfort when listening.


Listen to the Podcast here.

Follow Witch, Please on Twitter and on Tumblr.

3/24/2015

SPORT MOTIVATION ?! | #FINDWHATFEELSGOOD

Mit Sport hatte ich schon immer meine Probleme. Außer als relativ kleines Kind Fußball, ließ ich mich nie so wirklich für einen Freizeitsport begeistern. Jahre lang habe ich zwar getanzt, irgendwie waren für mich aber immer Zwang, Unwohlsein und Stress damit verbunden. Von Schulsport mal ganz zu schweigen. Da ich seit einigen Wochen zum ersten Mal in meinem Leben ehrlichen Spaß an Sport habe und ihn freiwillig regelmäßig durchziehe (Und das typische "sich-schöne-Sportklamotten-kaufen" meiner Meinung nach nur begrenzt wirkt) wollte ich meine Motivations Tipps mit euch teilen:


1. Über die eigene Intention klar werden
So albern das vielleicht auch klingt, nehmt euch Zeit darüber nachzudenken, aus welchem Grund Ihr überhaupt Sport machen wollt. Und zwar wirklich, was für eine Intention von euch selbst dahinter steht. Wenn dabei nur Formulierungen wie „Es ist gesund Sport zu machen“ oder „alle machen eben irgendeinen Sport“ auftauchen, dann könnt ihr es gleich vergessen. Die Intention muss etwas mit euch zu tun haben, nicht mit anderen. Die Lust, der Spaß und einfach das gute Gefühl fehlen dabei sonst und der Stress, das schlechte Gewissen überwiegen, bis man irgendwann wieder gar keine Lust mehr hat und es sein lässt. Für mich war es zunächst zum Beispiel etwas gegen meine Rückenschmerzen zu tun, damit ich mich besser fühle und in meinem Alltag weniger eingeschränkt bin. Später wurde daraus generell der Wunsch nach einem besseren Körpergefühl, Stärke, Entspannung und – zugegeben – auch Dehnbarkeit. Mir geht es dabei nicht nur um den Effekt den ich in vier bis fünf Wochen eventuell sehen werde (abnehmen, sichtbare Muskeln etc.), sondern um das gute Gefühl, den Spaß beim Training selbst. Das führt uns auch gleich zu Punkt zwei:

2. Nicht Übertreiben
Ich selber neige stark dazu: Alle Hürden einmal überwunden, will ich es mir so richtig beweisen und alles geben, bis ich so fertig bin, dass ich das nächste Mal überhaupt keine Lust mehr habe. So war das schon etliche Male beim Joggen, so wäre es auch fast beim Yoga geworden. Nach den ersten zwei drei Tagen hat es mir einen solchen Spaß gemacht, dass mir die halbstündigen Videos nicht gereicht haben und ich am liebsten immer weiter gemacht hätte. Rückblickend war es aber gut zumindest in den ersten Wochen genau das nicht zu tun.

3.
Routine schaffen
Ich bin ein ganz krasser Routine Mensch. Dinge fallen mir viel leichter, wenn ich sie selbstverständlich in meinen Alltag integriere. Aber auch hier heißt es wieder: Nicht übertreiben! Schnell ist so etwas gesagt wie „Montags und Donnerstags habe ich Morgens vor der Uni Zeit Joggen zu gehen, das ist jetzt mein neuer Wochenplan.“ Routine sollte meiner Meinung nach nicht bedeuten, sich weitere Punkte auf seiner To-Do-Liste aufzuhalsen, die dann auch erledigt werden müssen, damit es kein schlechtes Gewissen gibt. Ihr solltet euch und euren Alltag kennen und euch den Platz suchen und freiräumen, bei dem die Wahrscheinlichkeit am größten ist, dass genug Kraft und Lust da sind. Sich nach einem langen Arbeitstag ins Fitnessstudio zu quälen, wäre für mich beispielsweise die Hölle. Dafür kann ich gut Morgens eine halbe Stunde früher aufstehen und Sport zu meinem Morgen-Ritual machen. Für andere mag es genau umgekehrt sein.

(4.) Die Richtige Sportart finden?
Wie bei allem anderen, gilt auch hier glaube ich, einfach das zu tun, worauf Ihr Lust habt. Wenn alle Sportarten bisher immer ätzend und anstrengend waren, solltet Ihr vielleicht mal über den Tellerrand von Joggen und Pilates hinausgucken. Schule, Frauenmagazine, Fitnessprogramme: Sie alle schreiben gewisse Sportarten eher Frauen zu und andere eher Männern. Auch außergewöhnlichere Sportarten werden eher selten in Betracht gezogen, aber vielleicht wäre ja Ultimate Frisbee genau das richtige für euch? Ich weiß, es wirkt vielleicht heuchlerisch, weil ich als Ballsporthassende Yogatante ebenso ein Klischee bediene. Aber es macht mich zurzeit glücklich und darauf kommt's mir an. Was andere denken, ist mir so ziemlich scheiß egal.

Ich hoffe das war irgendwie interessant. Ich hüpf jetzt auf die Yogamatte. Adios.

9/03/2014

TOP 5: YOUTUBE KANÄLE | YT CHANNELS

16 Bars Kurzbeschreibung: Videochannel vom Online Magazin  16bars.de für "urbane Kultur, Musikpremieren, Interviews, Specials und vieles mehr." Als das Gesicht von 16 Bars hat die Moderatorin Visa Vie, genauso wie der nie sichtbare Kameramann Justin, ein riesige Fangemeinde hinter sich.
Was ich daran mag: Von Gangstarap bis Poprap findet sich hier alles wieder; Lustige Specials wie "Kochen mit Celo und Abdi" und diverse "Rapquiz", die einen viele Rapper besser kennenlernen lässt; Authentische und witzige Einblicke in  Festivals und Konzerte; Visa Vie, die eine großartige  Moderatorin und eine selbstbewusste Frau ist, die sich von keinem ihrer Interviewgäste einschüchtern lässt.

 Sorted Food
Kurzbeschreibung: Ein Freundeskreis, der jede Woche tolle Rezepte zeigt, um junge Leute in die Küche zu kriegen: Ben, Jamie, Berry und Mike. Ben ist als einziger gelernter Koch, die Hauptaufgabe der anderen ist es, ihn beim Kochen zun unterstützen, ihm gleichzeitig aber das Leben schwer zu machen.
Was ich daran mag: Witzige Dialoge, die fast nicht gescripted scheinen; britischer Style direkt aus London; einfache, aber unfassbar unterschiedliche, leckere Rezepte; eine sehr hohe Veröffentlichungsfrequenz (ca. drei Videos pro Woche); ein inzwischen riesen Fundus an Rezepten; coole variierende Konzeptserien (bspw: "3 Things to do with...", "Sorted eats France")

 GirlfriendsTV
Kurzbeschreibung: "Good morning girlfriends, boyfriends and everyone else in between" begrüßt Arielle aus New York die Zuschauer*innen ihrer Videos und betont, dass dies ein Bezug auf Gender und nicht auf Sexualität sei. Sie selbst bezeichnet sich homosexuelle Cis-Gender Frau. Auf dem Kanal gibt es Videos über  Brüste ,  Liebe , Geschlechterstereotypen, Pansexualität , Trans*frauen und - Männer  und viele andere Themen. 
Was ich daran mag: Arielle behauptet nicht, ihre Aussagen seien die Wahrheit; es geht ihrer Meinung nach im Endeffekt immer darum, wie Menschen sich selbst fühlen und nicht um Labels; sie ist ein Mensch mit vielen Fragen und lädt sich Leute in ihre Videos ein, die mehr Ahnung über das jeweilige Thema haben, als Sie selbst; die Videos beantworten viel Fragen, lassen einen aber direkt wieder über fünf andere nachdenken

Marie Meimberg
Kurzbeschreibung: Der Kanal von Marie aus Berlin ist noch relativ neu, doch festlegen, was sie dort alles machen wird, will sie sich nicht. Es wird bis jetzt ein bisschen gesungen, gekocht, gezeichnet, gequatscht und gemeckert. Wer weiß, was noch folgen wird.
Was ich daran mag: Marie zeichnet tolle  Geschichten  aus ihrer Kindheit mit ein wenig Moral und viel Witz; sie geigt der Welt ihre  Meinung , und zwar ganz unverfroren und ehrlich; außerdem hat sie eine unfassbar schöne Stimme und zaubert mir bei einigen ihrer  Spoken-Word Videos eine ganz schöne Gänsehaut.

Essiebuttonvlogs
Kurzbeschreibung: Estee, Aslan und ihr Windhund Reggie berichten über ihr alltägliches Leben in London; sie gehen auf Märkte, essen sehr viele, sehr gute Sachen, besuchen Möbel Ausstellungen und Flohmärkte; außerdem verreisen sie viel, zuletzt einmal quer durch Skandinavien.
Was ich daran mag: Estees Humor kriegt mich immer und oft muss ich über die kleinsten Dinge die sie sagt lachen. Reggie ist unheimlich süß und die drei einfach ein schön anzusehendes Team. Ich weiß nicht was es ist, dass ich das Leben dieser fremden Menschen so gern verfolge. Aber ein bisschen essiebuttonvlogs am Abend muss einfach sein.

7/14/2014

"PEOPLE ALWAYS SAY WOMEN MUST BE THIN. BUT I DONT CARE, I JUST ENJOY EATING."


So fängt Miss Platnum in ihrem großartigen Lied "Give me the food" an. Gehört habe ich das Lied das erste Mal mit 12 Jahren, mit meinem Kopf voller Trends und Stars aus Bravo und co. Mein Babyspeck sollte weg, ich las mir diverse Frauenzeitschriften zu Diäten, Sportplänen, Tips und Tricks zum "Schlank-mogeln" mit Klamotten durch. Ich habe genau vor Augen, wie ich mich im Schwimmbad nie oder nur sehr umständlich beugte, damit bloß keiner die entstehenden Speckrollen sieht. Ich erinnere mich daran, fast jeden Monat meinen Body Mass Index berechnet zu haben. Ich weiß noch genau wie ich täglich mit Freundinnen verglichen habe, wie viel ich am Tag gegessen habe. Mit 14 Jahren hatte ich schon bestimmt fünf verschiedene Sorten von Diäten ausprobiert.
Was für ein grandioser Scheiß "Low Carb" zum Beispiel war. Ich hatte bis dato immer ausführlich gerühstückt, mit Brot und Müsli und vielen anderen Kohlenhydraten. Ohne diese war ich in der Schule unkonzentriert, hungrig und schlecht gelaunt. Trotz des strikten und zähnezusammenbeißenden Verzichtes von Nudeln wurde ich kein Stück dünner - nur unglücklicher, gestresster, enttäuschter. Gemeinsam mit einer Freundin fing ich an wie eine Irre Wasser in mich hineinzukippen. Immer wenn ich Hunger hatte, trank ich einfach einen halben Liter, dann war mein Magen gefüllt. Magazine sagten mir, wenn der Körper mir vortäusche, dass Appetitt Hunger sei, dann müsse ich nur meinen Magen mit Flüssigkeit füllen um ihn auszutricksen. Mein Magen wusste nur leider sehr genau was Wasser und was die so verlockende Streuselschnecke war. Anstatt einfach zu Essen wenn ich hungrig war, wurde mir übel vor Hunger und Flüssigkeit im Magen. 


Vor einiger Zeit hat es bei mir dann Klick gemacht. Mir ist bewusst geworden, wie verdammt nochmal sehr ich Essen liebe und wie scheiße ich eine Gesellschaft finde, die Frauen den Genuss verbietet. Denn dick ist nicht schön, dick ist nicht begehrenswert, sexy. Dass ich mich schon als Kind so verrückt deswegen gemacht habe, zeigt die Absurdität des Ganzen. Außerdem ist das Argument des gesundheitlichen Risikos von "dick sein" wissenschaftlich umstritten. Gesund ist vorallem eine ausgewogene, abwehslungsreiche Ernährung, wovon bei den meißten Diäten nicht die Rede sein kann. Doch auch sogenannte "gesunde Diäten" wie WeightWatchers und co können unumstrittender Weise durch das Erzeugen von einem negativen Selbstbild, Stress und anhaltenden Druck auf Dauer weitaus kränker machen als Käsekuchen. 

Ich bin nicht "dick" für die Gesellschaft, das weiß ich. Aber ich weiß, dass ich ein unendlich entspannteres und glücklicheres Leben habe, wenn mich das einen Scheißdreck kümmert. Ich frühstücke nicht nur Beeren, etwas Yoghurt oder einen Smoothie - Ich mag Brot mit Erdnussbutter oder Käse! Ich nasche nicht scheiß Studentenfutter um mein Verlangen nach eingentlich etwas ganz anderem, nämlich Eis, Gummibärchen oder Chips, zu füllen - Wer mir sagt, dass das ein suuuper gesunder Ersatz, mit ausschließlich "guten Fetten" sei und man gar nicht mehr merken würde, dass man eigentlich Schoki essen wollte, soll die Klappe halten, denn das ist einfach nicht wahr! Wenn ich Essen gehe bestelle ich mir nicht nur "Den bunten Salat und ein Wasser bitte" - Ich esse Lasagne, und wenn ich noch kann auch noch ein Tiramisu! Und ich esse auch noch etwas nach der berüchtigten Deadline von 18 Uhr - Weil ich mit leerem, knurrenden Magen einfach nicht schlafen kann. Wenn ich Appetitt habe, esse ich worauf ich Bock habe und genieße es,  anstatt mich wie früher dafür selbstzugeißeln und es ewig zu bereuen.
 

Das soll nicht heißen dass ich maßlos in mich hineinstopfe. Dass ich nur von Tiefkühl Pizza und Schokoriegeln lebe. Genauso wie diese Dinge liebe ich Erdbeeren, Salat, Kartoffeln, ja sogar Blumenkohl und Spinat. Aber ich was ich esse, esse ich aus Freude am Geschmack und aus Liebe zu mir selbst und nicht aus Zwang und Schlechtem Gewissen.